WURZELBAUERSTRAẞE 29 - 90409 NÜRNBERG

Frankenlese 2025

Frankenlese 2026 – Sprache schafft Wirklichkeit

Autorenlesungen in der Nordstadt

9. bis 26. März 2026

Unsere Welt ist geprägt von Sprache, sie schafft Verbindung und Verständnis. Die Worte, die wir benutzen, und die Art, wie wir miteinander sprechen, können Gemeinschaft stiften oder zu Entfremdung führen. Bei der 14. Frankenlese, die unter dem Motto „Sprache schafft Wirklichkeit“ steht, laden fünf Schreibende an fünf Veranstaltungsorten in der Nürnberger Nordstadt dazu ein, dieses Thema aus vielfältigen Blickwinkeln zu entdecken. Helmut Haberkamm erzählt von einer bis heute anhaltenden Wirklichkeit: dem Leben Johann Kalbs, der in den USA als amerikanischer Freiheitsheld verehrt wird. Begleitet wird er von Heinrich Hartl am Klavier. Elena Nahen, die Gewinnerin des 37. Fränkischen Preises für junge Literatur, nimmt uns in ihrem Text „Ameisen” auf eine Reise zwischen Psychologie und Zwischenmenschlichem mit. Siegfried Straßner liest aus seinem Lyrikband „Leem aus Leem“, in dem es um die Reise von der Geburt bis zum Tod geht. In Gesa Wills‘ Werk schafft sich die Protagonistin Ola ihren ganz eigenen Himmel und erzählt, dass Zuhause nicht unbedingt ein Ort sein muss. Mit ihren Prosa- und Lyrik-Textauszügen führt Stephanie Mehnert über Fragen der Einsamkeit zu einer Verbundenheit zurück.

Wir laden Sie herzlich zur Frankenlese 2026 ein – lassen Sie sich von ganz unterschiedlichen Wirklichkeiten inspirieren!


Alle Veranstaltungsorte sind barrierefrei zugänglich.

Cover Broschüre Frankenlese 2025

Das Programm zur Frankenlese 2026 - zum Download als PDF.

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Montag, 09. März 2026, 16 Uhr

Veranstaltungsort: Evangelisches Gemeindehaus Maxfeld, Berliner Platz 20 (Haltestelle U2, Rennweg)

Helmut Haberkamm

Der Baron im Blauen Haus

Heinrich Hartl begleitet ihn am Klavier

Helmut Haberkamm erzählt packend vom Leben Johann Kalbs, der in den USA bis heute als amerikanischer Freiheitsheld verehrt wird. 1780 wird Baron de Kalb tödlich verwundet. Als er im Sterben liegt, zieht sein bewegtes Leben in seinem Geist noch einmal vorüber. Die wechselvolle Karriere bis zum Brigadegeneral, seine Familie bei Versailles, die Freundschaft mit Washington und Lafayette, die Jugend in Franken.

Helmut Haberkamm, 1961 im mittelfränkischen Dachsbach geboren, lebt bei Erlangen. Er wurde als Dialektlyriker bekannt, verfasste unter anderem Gedichtbände, Theaterstücke, Songtexte, einen Roman und einen Erzählband. Außerdem ist er Initiator und künstlerischer Leiter des fränkischen Mundartfestivals »Edzerdla«.

Der Pianist und Komponist Heinrich Hartl versteht es, mit seiner Musik die gehörten Texte auf eine besondere Weise nachklingen zu lassen.

Kaffee und Kuchen ab 15.30 Uhr

Eintritt frei – Spenden willkommen

Helmut Haberkamm
© Andreas Riedel
Heinrich Hartl
© Ulrich Breuling

Mittwoch, 11. März 2026, 16 Uhr

Veranstaltungsort: Stadtbibliothek Maxfeld, Maxfeldstr. 27, (Haltestelle U3, Maxfeld; Stadtbus 46 & 47, Maxfeldstraße)

Elena Nahen

Ameisen

Ein Blick auf Ameisen, ein Blick aus einer psychiatrischen Klinik. Eindrücke durch die Augen eines jungen Mannes, der vermutet, den Verstand verloren zu haben. In ihren Texten setzt sich die Autorin mit der Mikrophysik zwischen Figuren auseinander, und oft auch mit den Inhalten ihres Studiums. Sterile Stichpunkte aus Psychologievorlesungen werden in vielschichtige Figuren verwandelt. Denn nicht die Stichpunkte sind das Interessante, sondern die Geschichten dahinter.

Elena Nahen, geboren 1999, studierte erst Medien- und Kommunikations-wissenschaften in Bonn. Seit 2022 studiert sie Psychologie an der Universität Bamberg. Schubladen- und Notizbuchgeschichten schrieb sie schon in ihrer Kindheit, seit ein paar Jahren landen diese nun auch bei Schreibwerkstätten und Wettbewerben. Sie ist Stipendiatin der Bayerischen Akademie des Schreibens 2024 sowie der Werkstatt Prosa in Graz 2025. Beim 37. Fränkischen Preis für junge Literatur 2025 wurde sie mit dem 1. Preis ausgezeichnet.

Eintritt frei – Spenden willkommen

Anmeldung unter Tel: 0911 / 231-2460 oder stb-maxfeld@stadt.nuernberg.de

Elena Nahen
© Monica Russo

Donnerstag, 12. März 2026, 14.30 Uhr

Veranstaltungsort: SIGENA Nordbahnhof, Grünewaldstr. 16c,
(Haltestelle Stadtbus 35, Röthensteig, U 3, Kaulbachplatz)

Siegfried Straßner

leem aus leem

Das Leben aus Lehm – leem aus leem – von der Geburt bis zum Tod, mit all seinen Kuriositäten und Tücken. Mit dem hintergründigen Wortwitz der fränkischen Mundart beobachtet der Autor seine Mitmenschen, die bedrohte Umwelt und seine familiären Wurzeln zwischen Pappenheim, Nürnberg und dem Erzgebirge. Bastard-Fränkisch – so versteht Siegfried Straßner seinen während verschiedener Lebensstationen ausgeformten Dialekt. Straßners Gedichte zielen direkt ins Leben – respektlos sensibel und todernst komisch.

Siegfried Straßner, geboren im südfränkischen Pappenheim, lebt und wirkt im Raum Nürnberg. Dem Literaturwissenschaftler und langjährigen Literaturveranstalter ist die Förderung des regionalen Literaturlebens eine Herzensangelegenheit. Seine Lyrik und Kurzgeschichten wurden mehrfach ausgezeichnet. Der Lyrikband „leem aus leem“ erschien im Oktober 2025 im ars vivendi Verlag, Cadolzburg.

Eintritt frei – Spenden willkommen

Siegfried Straßner
© Ulrich Breuling

Freitag, 20. März 2026, 14.30 Uhr

Café Martin, Caritas Senioren- und Pflegeheim Stift St. Martin,
Grolandstr. 67 (Haltestelle U 3, Kaulbachplatz; Stadtbus 46, Martinskirche)

Gesa Will

Was bleibt

Was bleibt am Ende eines langen Lebens? Was bleibt nach Kriegsverbrechen, Wiederaufbau und dem Wirtschaftswunder? Wovon lassen wir uns leiten, wer sind unsere Vorbilder? Für Gesa Will ist dies ihre Großmutter, die sie in „Olas Himmel – Bilder einer Kindheit“ als tief gläubig und unbestechlich geradlinig beschreibt. Als eigenständig denkende Frau, der anstatt jeder weltlichen letztlich allein die göttliche Autorität Richtung und Haltung gab.

Gesa Will wurde 1945, kurz vor Kriegsende auf dem Hof ihrer Großeltern in Schleswig-Holstein geboren. Ihre Kindheit, geprägt von häufigen Umzügen und Schulwechseln, führte sie über Köln nach München, wo sie Malerei und Grafik studierte, bis nach Fürth, wo sie lebt und arbeitet. Dem Schwerpunkt ihrer Arbeit, der bildenden Kunst, fügt sie immer wieder Texte hinzu, Gedichte, Erzählungen oder Romane für Kinder und Erwachsene, wie „Dann stand er im Flur und blieb“, „Olas Himmel“ oder das Künstlerbuch „Blaue Tomaten“ über den Wert des Zeichnens. 2022 wurde sie zusammen mit Ulla Schuh und Alissa Heinz mit dem Sonderpreis des „Kinder- und Jugendliteraturpreises des Landes Steiermark“ ausgezeichnet.

Kaffee und Kuchen ab 14.00 Uhr

Eintritt frei – Spenden willkommen

Gesa Will
© Alissa Heinz

Donnerstag, 26. März 2026, 14.30 Uhr

Veranstaltungsort: Café Zeitlos, KUNO, Wurzelbauerstr. 29 (Haltestelle U3, Maxfeld; Stadtbus 46 & 47, Maxfeld)

Stephanie Mehnert

Wege der Einsamkeit

Wir leben in einer Zeit, in der Einsamkeit zur stillen Epidemie geworden ist. Verfügen wir (noch) über die Fähigkeiten, die es für authentische Begegnungen braucht? Wie müssten unsere Lebensumstände beschaffen sein, damit wir uns eingebunden und zugehörig fühlen können? Isolation, digitale Kommunikation und soziale Medien, gesundheitliche, demografische, berufliche oder wirtschaftliche Umstände können dazu führen, dass wir die Verbindung zu unserer Mitwelt verlieren. Aber auch, wenn wir nie gelernt haben, uns mit anderen über unsere Gefühle auszutauschen, fühlen wir uns einsam. Oft sogar innerhalb von Beziehungen. In verschiedenen Prosa- und Lyrik-Textauszügen beleuchtet die Autorin und Gestalttherapeutin das Thema Einsamkeit und mithilfe welcher Lösungen es gelingen kann, dieser zu entrinnen.

Stephanie Mehnert, geboren 1979 in Hamburg, lebt heute mit ihrer Familie in Nürnberg, wo sie mit einer psychotherapeutischen Praxis niedergelassen ist. Ihr Debütroman »Das Flimmern kleiner Lichter« ist im August 2024 beim Ulrike Helmer Verlag erschienen. Sie ist Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller und Mitbegründerin der unabhängigen Lesereihe „Übermut & Zärtlichkeit“, ihre Texte wurden in diversen Literaturzeitschriften, Anthologien und auf verschiedenen Literaturportalen veröffentlicht.

Kaffee und Kuchen ab 14.00 Uhr

Eintritt frei – Spenden willkommen

Stephanie Mehnert
© Maria Bayer

Veranstalter

Logos zur Frankenlese

Adresse

KUNO e. V.
Wurzelbauerstraße 29
90409 Nürnberg
+49 (0)911 55 33 87
info@kultur-nord.org

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